Galeriespaziergang
Hier werden wir in lockerer Folge veröffentlichen, was die jeweiligen Autoren aus der Potsdamer Kulturszene für berichtenswert halten.
Wir danken den Autoren für Ihre Unterstützung.
Frank Ehlert, Kultur-in-Potsdam.de
Photoarbeiten von KEXIN ZANG Berechnungen einer Poetik der Beziehung

Die 1978 in Beijing/Peking geborene, in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin Kexin Zang, die ab 2001 an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung am ZKM, Karlsruhe, bei den Professoren Michael Schirner Thomas Struth studierte, sprengt mit ihren wissenschaftlich-künstlerischen Medienexperimenten gewohnte Kategorien. Durch das Verschmelzen der Methoden 5.000 Jahre alter chinesischer Wissenschaften mit den avancierten Technologien, Medien und Ideen westlicher Konzeptkunst hat sie eine neue Welt geschaffen, in der unsere Dimensionen von Raum und Zeit durchbrochen, gewohnte Gegensätze aufgehoben und kategorisch
anderes Denken und Fühlen möglich werden. So gleichen ihre künstlerischen Methoden wissenschaftlichen Versuchsanordnungen, in denen sie Operationen komplexer Gedanken und Rechenschritte, Kalkulationen, in denen Zufälle eine entscheidende Rolle spielen, durchführt, und aus Zahlen- und Zeichenfolgen faszinierende Bildwelten entstehen läßt, die von natürlichen und kulturellen Transformationsprozessen handeln und uns Geschichten wunderbarer
Verwandlungen erzählen.
Bei den Photoarbeiten der Serien "History" und "About Photography" nutzt Kexin Zang für ihren Transformationsprozeß die Methoden des I Ging, des Buches der Wandlungen, und leitet - den strengen Regeln der hexagrammatischen Mathematik folgend - genau die Bildsymbole ab, die Ausdruck des Themas sind, um sie in einer kalkulierten Ordnung, zu einem Stillleben arrangiert, mit der Großbildkamera aufzunehmen.
Kexin Zang ist zur Eröffnung anwesend. (www.kexinzang.com)
Eröffnung: Sonntag, 05. September 2010, 17 Uhr
LIEDERliches Kabarett: Ute Apitz als PEGASUSE in der Kulturscheune Marquardt
In der Kulturscheune in Marquardt am 08.05.2010 lud zur Premiere des neu inszenierten Programms von und mit Ute Apitz als PEGASUSE ein. Ob die Marquardter wissen, dass in ihrer Nachbarschaft eine begabte Kabarettistin wohnt?Der fast gefüllte Saal in ländlicher Beschaulichkeit bestätigt diese Vermutung und er zeigt sich als ein Gemisch aus Neugier und dem Wunsch nach abwechslungsreicher Unterhaltung. Was für den Heimatverein Marquardt der Start in den Kultursommer 2010 war, ist für Ute Apitz der Beginn einer hoffnungsvollen Zukunft. Früher in Begleitung, so steht sie in ihrem neuen Leben als PEGASUSE allein auf der Bühne. Der leicht bizarre Ton mit dem sie bei ihrer „Neuauflage“ die Bühne betrat, war so nicht geplant, hätte aber gut als Anfang gedacht sein können. Die kleine „Panne“ wirkte nahezu echt und mit improvisatorischer Sicherheit gelang Ute Apitz die liebevolle Beziehung zu ihrem Therapeuten in LIEDERlicher Manier auf die Bretter zu zaubern.
Sehenswertes in der Galerie im Lendelhaus / Werder
Sie wünschen sich ein schönes Ziel für das kommende Wochenende?
Auf der Insel in Werder, gleich links hinter der Brücke, finden Sie das Lendelhaus, in dem sich seit März 2009 ein interessanter kultureller Standort entwickelt hat.
Es ist ein Ort der vielfältigen Entdeckungen:
Die GALERIE empfängt den Besucher, mit Landschaftsmalerei von Olaf Thiede, der die märkische Umgebung seit Jahren mit seinem Rad erkundet und wunderbare Orte und Momente auf Leinwand und Papier zaubert. Mal in Pastell, mal in Öl, manchmal in Gouache. Man möchte sich niederlassen an diesen Orten, Ziegeleiseen, einsamen Wegen und unter Bäumen, die im Spiel von Schatten und Licht an Plätze aus der Kindheit erinnern und Ruhe ausstrahlen.
So ist es eine gelungene Kombination die Skulpturen von Phillip von Appen in Gegenwart dieser Gemälde, in diese Umgebung der rauhen Wände zu stellen.
Arne Hajek: Evokative Kunst - Gemäldeausstellung
Dauer: 26.11.2009 – 18.12.2009 von 9.00 – 17.00 UhrOrt: Quintact, Rudolf-Breitscheid-Straße 162, 14482 Potsdam
So wie wir Frequenzen des Schalls auditiv nicht wahrnehmen können, so bleiben Bereiche des unendlichen Spiels von Farben im Verborgenen. Schall und Farben wirken intensiv auf den Menschen, sie bewegen unsere Gefühlswelt und beeinflussen unsere Entscheidungen. Der Klang- und Farbwelt sind wir permanent ausgesetzt.
Dieses Gedanken begleiteten mich bei jeder Ausstellung, in der von Arne Hajek waren sie stärker als gewöhnlich. Der 50 - jährige Maler „komponiert“ seine Werke zu einer Vollendung von komplexen Ereignissen, seine Empfindungen zur Zeit werden zu Mustern, die ineinander zu einer Form verschmelzen. Arne Hajek ist Autodidakt, er spielt Klavier, nahm Schauspielunterricht, studierte Kunst, Theaterregie und Architektur, arbeitete am Deutschen Theater und an der Volksbühne. Seine Arbeitsreisen führten ihn u. a. nach Italien, in die Schweiz und Österreich.
Ausstellung im Pavillon auf der Freundschaftsinsel
vom 14.11.-29.11.2009
gegenwärtig - vergangen
≈ tanagra ≈
objekt installation fotografie
Keine Zeit des Jahres lässt uns das Spiel von Werden und Vergehen deutlicher spüren als der Herbst. In naturgesetzmäßiger Wiederkehr erwarten wir den neuen Tag in hoffnungsvoller Gewissheit. Niemand würde da einen Zweifel hegen. Dieser Zyklus von Tag und Nacht ist ein ewigliches Ereignis mit absoluter Trefferquote. Jenes Zeitempfinden ist uns wie selbstverständlich implantiert und ständig gegenwärtig. Routine und Akzeptanz als Symbiose einer Endlosschleife von minderer Bedeutung? Unser Zeitgefühl ist relativ und neben dem Geld haben wir vor allem zu wenig Zeit. Die Zeit und unsere Perspektiven auf dem Zeitstrahl sind dem Menschen immer gegenwärtig, gleichwohl leben wir mit jedem Tag bereits in der Vergangenheit und in der Erinnerung an gestern. Mein Gedankengang vor einer Stunde, vor Minuten und selbst vor Sekunden – sie sind Geschichte und damit Erfahrung. Sich diesem Umstand gelegentlich bewusst zu werden, kann eine Übung des Loslassens sein. Der Aspekt der Zeit und das Empfinden der Vergänglichkeit sind die durchdringenden Themen der Ausstellung.



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